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Wenn Kultur nicht mehr aktiv sein darf!

Zu Beginn eine Entschuldigung. Ich schreibe zur Vereinfachung nur die männliche Form. Aber selbstverständlich sind da auch die weiblichen und * Personen gemeint.

Die Situation, in der wir zur Zeit zu leben haben, zeigt leider auf, wieviel „Kultur“ der Politik bedeutet: NICHTS!

Fussballer dürfen Fussball spielen. Autorennfahrer herumfahren. Gläubige dürfen in die Kirche. Arbeitnehmer müssen in überfüllten Zügen und Bussen in ihre Büros gehen. Kinder müssen in die Schule.

Opernhäuser, Konzertsäle, Kinos werden geschlossen. Unternehmen, die viel Geld und Fantasie in die während der „ersten Welle“ verlangten Massnahmen der Politik steckten. Als Randbemerkung: Ich las soeben bei SRF: „Die Swiss Covid-Taskforce befürchtet weiter eine drohende Überlastung des Gesundheitswesens. Sie betrachtet die bisherigen Massnahmen als ungenügend und fordert in ihrer neusten Lagebeurteilung, Bars und Restaurants schweizweit zu schliessen, ebenso wie Museen und Theater. Auch auf Konzerte soll ganz verzichtet werden. Die privaten Kontakte sollen ausserdem auf zwei Haushalte beschränkt werden.“

Man soll doch alles schliessen….. Ich frage mich ohnehin: Warum müssen Politiker noch arbeiten. Man könnte doch eigentlich alle Regierungsgebäude schliessen. Es sind zwar keine Kultur- bzw. Freizeiteinrichtungen aber sie nützen ohnehin nichts. Dann kommt dazu: Diese Politiker bekommen, anders als Künstler oder auch anderweitige Arbeitnehmer, ihre hohen Saläre mit Steuergeldern bezahlt. Sie müssen mit keiner Entlassung rechnen, sie können „lavern“ soviel sie wollen: Sie werden keine Probleme haben, Ende Monat ihre Rechnungen zu bezahlen und ihre Familien durchzubringen. Sie müssen nichts beweisen (soweit mein kleiner Wutanfall!).

Aber darüber wollte ich nicht schreiben. Sondern über die Kunst und Künstler und die „Freizeiteinrichtung“ Oper. Ich beziehe mich jetzt einmal auf die Musik, weil ich als ehemaliger Sänger und Gesangslehrer darüber vielleicht am ehesten Bescheid weiß. Und auch diese Gedanken sind nur grob gezeichnet, weil die ganze Arbeit, die Entwicklung, der Weg ein ganzes Buch ergäbe. 

Sänger, Instrumentalisten haben ein jahrelanges Studium hinter sich (anders als der Grossteil der Politiker). Sie arbeiten sich langsam hoch (denn Wunderkinder gibt es ja nicht soviele). Man kommt vielleicht in den Berufschor eines Opernhauses, man wird als Solist in einem Opernhaus engagiert, man kommt in ein Orchester, kann sich mit seinem Beruf ernähren und eine Familie haben. Und auch wenn das erreicht ist, heisst es weiter an sich arbeiten. Man muss sich täglich aufs Neue bestätigen. Man ist nicht auf lebenslänglich gesichert. 

Und nehmen wir jetzt das Opernhaus. Das ist ein ganzer „Industriebetrieb“. Nicht einfach eine „Freizeiteinrichtung“, wie das Deutsche Politiker erklärten. Sicher, noch heute gibt es die Menschen, die erklären, der Sänger hat ja sein Hobby zum Beruf gemacht. Warum soll er dafür noch bezahlt werden. Und: Der Künstler lebt vom Applaus. Und wenn ich das gehört habe, sagte ich: Ja kann der Künstler den Applaus aufs Steueramt mitnehmen und damit seine Steuern bezahlen? Oder sich Essen kaufen?

Wieviele Berufe sind in einem Opernhaus denn vertreten? Man sieht auf den ersten Blick das Orchester, die Sänger, die Billetkontrolleure, die Platzanweiser, die Garderobenmitarbeiter. Dann gibt es aber auch die Direktion mit den verschiedensten Mitarbeitern. Das Betriebsbüro, die Buchhaltung, die Kasse, den Bühnenbildner, die Bühnenmaler, die Kostümbildner, die Schneiderinnen, die Schreiner. Es gibt die Beleuchter. Es gibt den Regisseur (die teuerste Investition), es gibt die Büromitarbeiter. Es gibt das Reinigungspersonal. Es gibt Elektriker und Mechaniker. Es gibt eine grafische Abteilung. Ich bin mir bewusst, es gibt noch mehr Mitarbeiter. 

Dann müssen Produkte eingekauft werden. Stoffe für die Kostüme, all die Materialien für den Bühnenbau. Zahlreiche Firmen, die als Zulieferer von Bestellungen abhängig sind. Und jetzt wissen wir, all diese Mitarbeiter sind vom Opernhaus angestellt und müssen monatlich bezahlt werden. Viele haben Familien. Alle haben ihre Ausgaben wie Krankenkasse, Strom, Essen. Sowohl das Opernhaus als auch all die Mitarbeiter müssen Steuern bezahlen. Wenn aber der Betrieb einfach eingestellt werden muss, woher kommt denn das Geld?

Dann gibt es aber noch Arbeitszweige, die nicht direkt vom Opernhaus angestellt sind. Feuerwehr, Sicherheitsdienst, Druckereien. Dann gibt es auch den Restaurationsbetrieb. Vielleicht ist das auch ein selbständiger Betrieb, der wiederum Mitarbeiter hat. Der auch seine Produkte einkaufen muss und wir sehen, wie sich die Schlange immer weiter verlängern lässt. 

Und diese „Freizeiteinrichtungen“ müssen geämss Polit-Entscheid einfach schliessen. Nicht aber Banken und Kirchen. Nein, die können frischfröhlich weiter arbeiten. Gerade in der momentanen Situation scheinen viele Hilfe von oben zu suchen. Bei der Religion redet die Politik nicht hinein. Kirchen dürfen offen bleiben, denn welcher Protestschrei von den Gläubigen, wenn sie nicht mehr in die Messe dürfen. Aber der Protest der Opern- und Konzertbesucher? Der Künstler? Der ist zu leise und wird nicht zur Kenntnis genommen. Dabei sind gerade künstlerische Veranstaltungen für die Besucher, für die Psyche sehr wichtig. Aber ich denke, den verantwortlichen Politikern fehlt die Sensibilität, um an sich selber zu spüren, was in ihm Musik, Literatur, Bilder auslösen können. Er sieht nur die Möglichkeit, endlich im Haushaltsbudget Geld sparen zu können. Kunst kostet nur und bringt nichts.

Was machen die Künstler? Was macht der Instrumentalist, wenn das Orchester nicht mehr auftreten kann? Ein Orchester braucht die tägliche Arbeit um an den Werken zu feilen, um den Orchesterklang beizubehalten etc.

Sänger die nicht auftreten können. Der Sänger braucht die Bühne und er braucht das Publikum. Woher holt er die Motivation, an seiner Stimme zu arbeiten wenn er nicht weiß, wann er wieder auftreten kann? Und: Auch der Künstler hat seine Ausgaben. Auch er muss essen und trinken, Steuern bezahlen und die Krankenkasse. Dazu kommen Notenmaterialen und z.B. arbeiten mit dem Korrepetitor. Und gerade für einen Sänger ist eine gute Psyche wichtig, denn Probleme schlagen sehr oft sehr schnell auf die Stimmbänder. Und die sind schlussendlich das Arbeitswerkzeug des Sängers.

Ich habe jetzt einfach meine Gedanken zum Opernhaus und musikalischen Künstlern geschrieben. Es gibt aber doch auch Schriftsteller und Kunstmaler. Natürlich, die können in ihrem Atelier die Arbeit machen. Aber der Schriftsteller möchte Lesungen machen, der Kunstmaler eine Vernissage. Wenn aber Lesungen nicht mehr gemacht werden können wegen der Menschen, die zuhören kommen und Galerien keine Vernissagen mehr machen dürfen, weil zu viele Menschen zusammen wären, dann leiden auch diese Künstler unter den Massnahmen der Politik.

Eine Frage, die mir seit Beginn der Corona-Zeit auf der Zunge liegt, ist die: Der Staat lebt doch zum grossen Teil von seinen Steuereinnahmen. Aber wenn er alles, was Steuern bringt, schliesst, wenn er Unternehmen zwingt, Menschen zu entlassen, die dann auf den Arbeitsämtern „landen“, wie wird sich der Staat dann schlussendlich finanzieren? Und ich sehe schon: Es werden die Steuererhöhungen kommen!

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Ich las den folgenden Satz in einer Portugiesischen Zeitung und sagte mir: Den nehme ich zum Anlass, meinen Blog wieder zu aktivieren 🙂

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Ein paar Gedanken zu meinen Plänen. (mehr …)

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…und jetzt bin ich ein freier Mensch, (mehr …)

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Es galt, über eidgenössische, kantonale und städtische Vorlagen abzustimmen. (mehr …)

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Er war einer der bedeutendsten Baritone seiner Zeit, er war einer der erfolgreichsten Gesangspädagogen und er war ein lieber Mensch. (mehr …)

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Ich liebe die Stimme von Harry Belafonte und da ich neugierig auf seinen Weg war, habe ich seine Autobiographie gelesen. (mehr …)

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Immer wieder gibt es Politiker, die sich mit grosser Kunst bzw. Künstlern umgeben, sich vielleicht damit identifizieren wollen. (mehr …)

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Es hat weder mit Politik noch mit Sozialem zu tun sondern mit Musik. (mehr …)

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Ich staunte, als mir ein ehemaliger Schulfreund erklärte, wir hätten in der Schule Englisch gelernt. (mehr …)

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Zum ersten Mal in meinen 62 Jahren fand ich den Weg an ein Konzert in der alten Kaserne in Zürich. (mehr …)

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Ein Gespräch mit dem Schriftsteller Urs Widmer im Das Magazin hat mich zu diesen Gedanken gebracht. (mehr …)

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Wer kann sich mein Glücksgefühl vorstellen, als gestern um Mitternacht das Züri-Fäscht offiziell beendet war. (mehr …)

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Open-Air Opern und Konzerte schiessen wie Pilze aus dem Boden.  (mehr …)

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Es gibt Konzerte, die bleiben mir unvergesslich. So auch eines mit dem grossen Pianisten Arturo Benedetti Michelangeli. (mehr …)

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